- Aktuelle Themen rund um den Hund -

1.Hilfe Seminar mit Tierheilprakteker Karsten Höhne

Hallo Ihr Lieben!

Nach dem großen Erfolg im letzten Jahr, freue ich mich sehr, euch wieder das sehr umfassende 1. Hilfe Seminar mit Tierheilpraktiker Karsten Höhne anbieten zu können. Datum: 1. August 2021 ab 14.30 Uhr (Dauer 3-4 Stunden) Kosten: € 50,00 pro Mensch Hund Team (max. 10 Teilnehmer) Veranstaltungsort: Hundeschule DOGS Krökenhorster Weg 26 23869 Elmenhorst OT Fischbek Anmeldungen: bitte über mich per Mail unter christiane@hundeschule-dogs.com

Hygienekonzept: Wie auch im Training bleibt die Seminargruppe klein. Das Seminar findet im Freien statt, unter Einhaltung der Distanzregeln (2 m Mindestabstand). Bitte bringt euren Mund-Nasen-Schutz mit. Händedesinfektion und Ersatzmasken stehen, wie gewohnt vor Ort, zur Verfügung. Bei Regen werden wir die Gruppe in 2 x 5 Teilnehmer aufteilen und das Zelt und das Carport nutzen.

Entwurmung und Darmparasiten– Ein Klassiker und eine kurze Einordnung aus der Sicht von Hundjeunkatt

Moin Moin liebe Hunde- und Katzenbesitzer! Heute widme ich mich für Euch einem polarisierenden Thema. Ich könnte ein ganzes Buch schreiben, und ich möchte das Thema „Entwurmung“ weder gut noch schlecht reden, die Wahrheit liegt wohl wie so häufig in der Mitte. Es gibt sehr unterschiedliche Meinungen, und die Frage ob, auf welche Weise und wie oft jeder einzelne Vierbeiner entwurmt wird, sollte immer eine individuelle Entscheidung sein! Eine pauschale Vorgehensweise für alle Vierbeiner halte ich für falsch, da die Lebensumstände (Freigänger oder nicht, Stadthund oder Jagdhund, Infektionsdruck, Vorerkrankungen…) ausschlaggebend sein sollten. Doch vielleicht kann ich zum Nachdenken anregen und mit ein paar Fakten dem ein oder anderen eine neue, gesündere Sichtweise auf das Thema ermöglichen. In der Praxis erlebe ich leider, dass diese Mittel viel zu häufig und sorglos gegeben werden. Und so kann aus einem gesunden Tier auch ein krankes Tier werden. Und das macht mich traurig! Fakt ist, dass unsere Hunde und Katzen schlicht durch den Kontakt mit unserer Umwelt mit Würmern, Wurmeiern und anderen Darmparasiten in Kontakt kommen.

Das ist nicht zu verhindern, damit müssen wir uns gemeinsam auseinandersetzen. Das ist die Natur! Insbesondere durch oralen Kontakt mit Artgenossen, Gräsern, Stöcken, Erde oder der Aufnahme von verunreinigtem Wasser ist ein Befall des Magen- Darmtraktes mit Parasiten jederzeit präsent. Die Liste der Würme und Parasiten ist laaaaang: Hakenwürmer, Rundwürmer, Spulwürmer, Peitschenwürmer, Lungenwürmer, Herzwürmer, Bandwürmer, Giardien…

Mögliche Symptome für einen Wurmbefall können sein: analer Juckreiz („Schlittenfahren“),

Durchfall und / oder Erbrechen, Mangelerscheinungen (Parasiten sind Nahrungskonkurrenten!), Appetit- und Gewichtsverlust sowie Haut- und Fellprobleme.

By the way: Der prominenteste Wurm für unsere Hunde trägt den Namen Toxacara canis,

für die Katze ist es Toxacara mystax.

Als Naturheilkundler vertrete ich mit voller Überzeugung die Meinung, dass ein starker und gesunder Organismus in der Lage ist, sich gegen Parasiten und Krankheiten jeglicher Art zur Wehr zu setzen.

Dazu zählen ein intaktes Immunsystem, ein gesundes Darmmilieu und eine ausreichende Versorgung mit Nährstoffen. Ein gesunder Organismus bedeutet ein schlechter Lebensraum für Parasiten und andere Krankheitserreger. Der Organismus sollte so stark sein, dass Parasiten und Co erst gar keine Chance haben. Ich setze mich in aller Deutlichkeit dafür ein, dass wesentlich bewusster und informierter mit diesem Thema umgegangen wird! Die sogenannten Antihelminthika sind mit Augenmaß und immer im Sinne der Gesundheit unserer Tiere einzusetzen. Was heißt das konkret?

  1. Häufig wird der Begriff der „Wurmkur“ verwendet und impliziert, dass die Behandlung mit Entwurmungsmitteln einen nachhaltigen, schonenden und möglicherwiese – wie bei einer Impfung- für die Zukunft prophylaktischen Effekt hat. Dem ist definitiv nicht so.

Der Begriff der „Wurmkur“ ist daher aus meiner Sicht diplomatisch formuliert irreführend! Unsere Tiere werden an genau dem Tag der Gabe des Entwurmungsmittels von einem möglichen Befall befreit, werden am Tag danach erneut Würmer bzw. deren Eier aufgenommen, ist unser Vierbeiner erneut befallen.

  1. Fakt ist, dass die chemischen Entwurmungsmittel hochwirksame Neurotoxine (= Nervengifte) enthalten, z.B. Fenbendazol, Milbemycin oder Praziquantel. Diese Substanzen sind für jeden Organismus mehr oder weniger schädlich. Für die ungebeten Parasiten eben tödlich,

für unsere Vierbeiner in jedem Fall eine Belastung. Die Dosis macht das Gift. Toxine (Gifte) müssen in jedem Fall über das Organsystem (u. a. Leber, Niere, Darm) abgebaut und ausgeschieden werden. Es ist also möglich, bei zu häufiger Anwendung oder einem vorerkranktem Organsystem auch unsere Vierbeiner regelrecht zu vergiften.

  1. Regelmäßige Kotproben (ca. alle 3 Monate) auf Parasiten sind grundsätzliche eine sinnvolle und seriöse Maßnahme, um unnötige Entwurmungen und damit eine Belastung mit Toxinen zu reduzieren. Ich bin ein eindeutiger Befürworter dieser Vorgehensweise! Es gibt hier allerdings ein großes ABER!

Das große ABER: 

  1. Eine negative Kotprobe ist keine Garantie dafür, dass unser Vierbeiner keinen Wurmbefall hat! Würmer und deren Eier (es werden im Labor nur die Wurmeier mikroskopisch untersucht!) sind schlicht und ergreifend nicht in jeder Kotprobe nachweisbar.

Man spricht von einer intermittierenden (= mit Unterbrechung) Ausscheidung! Durch die sinnvolle und meistens praktizierte Sammelprobe über 2-3 Tage erhöhen wir die Trefferwahrscheinlichkeit, aber auch hier gibt es die genannte Grauzone. Tatsache ist auch, dass es bestimmte Wurmarten gibt, die sich erst über Wochen oder sogar Monate im Darmtrakt entwickeln und, wie gerade beschrieben, unter Umständen im Kot nicht

nachgewiesen werden. In diesem Zusammenhang wird der Begriff der „Präpatenz“ genannt. Die Präpatenz ist die Zeitdauer von der Aufnahme der infektiösen Parasiten-Stadien bis zum Auftreten von ersten Eiern oder Larven im Kot (also vorhanden, aber nicht nachweisbar!). Diese Zeit beträgt bei Bandwürmern bis zu 70 Tagen, das ist wichtig!

  1. Auch als Naturheilkundler möchte ich daher bemerken, dass chemische Entwurmungsmittel durchaus ihre Berechtigung haben und nicht pauschal verteufelt werden sollten.

Insbesondere bei einem akuten und / oder schweren Befall sollten wir froh sein, auf diese schulmedizinische Methode zugreifen zu können. Hier gilt es Wirkungen und Nebenwirkungen gegeneinander abzuwägen. Über eine regelmäßige Entwurmung

(die Lebensumstände berücksichtigen!) sollte daher ernsthaft nachgedacht werden.

  1. Die Naturheilkunde bietet viele Möglichkeiten, es den Darmparasiten so unangenehm wie möglich zu machen. Über gesunde Ernährung, Homöopathie, spezielle Kräutermischungen (Phytotherapie), spezielle Öle oder Vitalpilze ist es möglich, das Darmmilieu und das Immunsystem zu stärken und unsere Tiere vor einem Wurm- oder auch Giardienbefall zu schützen.

Ein gesunder Hund bedeutet ein schlechter Lebensraum für Parasiten!

Eure Tierheilpraxis Hundjeunkatt!

Karsten Höhne · Mobil 0151-2021381 · www.hundjeunkatt.de · info@hundjeunkatt.de

Alle Angaben ohne Anspruch auf Vollständigkeit, dieses Merkblatt dient lediglich der eigenen Information und stellt keine Behandlungsaufforderung dar. Alle Informationen wurden aus von mir als zuverlässig einzuschätzenden Quellen recherchiert. An dieser Stelle bin ich gesetzlich dazu verpflichtet darauf hinzuweisen, dass die ansatzweise vorgestellten alternativmedizinischen Therapiemethoden wissenschaftlich umstritten und nach schulmedizinischer Lehrmeinung häufig nicht anerkannt sind. Stand 05.05.2021.

Leinenzwang überall – gesicherte Freilaufflächen die Alternative?

Als Hundetrainer beobachte ich seit vielen Jahren Tendenzen, wie mehr oder weniger verzweifelt versucht wird, die sozialen Bedürfnisse unserer Hunde irgendwie in unserer hyperzivilisierte Welt zu befriedigen. Ein Versuch die Sicherheitsbedürfnisse der Großstädter mit den Bedürfnissen nach freiem Herumtollen der Hunde mit Artgenossen zu harmonisieren, sind seit vielen Jahren die eingezäunten Freilaufflächen. Icg stehe diesem Konzept eher kritisch gegenüber, weil viele Hunde im unregulierten Kontakt in diesen Ausläufen schlicht überfordert sind und es zu Mobbing- bis hin zu regelrechten Jagdszenen kommt.

Mit diesem Hintergrund habe ich mich in letzter Zeit nicht wirklich tiefergehend mit diesem Thema beschäftigt und Kunden tendenziell eher abgeraten die Freilaufflächen aufzusuchen.

Bis gestern: Eine sehr liebe Kundin mit ihrer knapp einjährigen Hündin, die zum Diabetikerwarnhund ausgebildet werden soll, bat mich, sie zu begleiten um zu beurteilen, wie stressresistent und abrufbar ihre Hündin ist. Also war ich dabei.

Und schon bevor wir überhaupt nur geparkt hatten wurden all meine Vorurteile bestätigt: eine unangeleinte junge Herdenschutzhündin (min. 60 kg) bedrängte eine Familie mit einem angeleinten Havaneser massiv noch vor dem Tor. Das Herrchen stand daneben, als ob ihn das alles nichts anginge. Ich war kurz davor aus dem Wagen zu springen aber meine Kundin ermahnte mich: „Du bist hier heute für mich da.“ Okay… ich zählte runter, bis ich wieder entspannt war.

Wir machten draußen noch ein paar Übungen zur Leinenführigkeit. Dann hinein in die Höhle der Löwen. Und zu meiner großen Überraschung ging es hier sehr nett und entspannt zu. Während wir unsere junge Hündin noch an der Leine führten, riefen Hundebesitzer, deren Hunde zu aufdringlich wurden, diese zurück. Wow, das hatte ich nicht erwartet. Es sind Familien mit Kindern und zum Teil mehreren Hunden unterwegs. Alle sehr entspannt und freundlich. Wir ließen unsere Hündin, die wirkliches Spiel mit anderen Hunden über alles liebt, los und sahen sie überglücklich und so schnell und ausgelassen wie nie zuvor mit einigen sehr netten Hunden ihre Runden drehte. Das Gefühl war überwältigend. Was für ein Spaß. Die Hunde stellten sich blitzschnell aufeinander ein, konfliktfrei. So sind sie. Das haben sie uns voraus. Dafür liebe ich sie!

Aber klar, es gab auch die Schattenseiten: eine Austrailien Shepardhündin, die bei jeder Annäherung unter einem Meter anfing zu schreien, weil ihr das alles zu viel war und sie keine Hilfe von ihren Haltern zu erwarten hatte. Oder die Zwerghündin, die allein auf weiter Flur, erstmal eine Backpfeife von oben genannter Herdenschutzhündin erhalten hat. Ja, dieses Mensch-Hundgespann war für mich sehr interessant: Im Freilaufgehäge ließ sich nämliche Hündin zweimal von mir wegschicken, als wir Leinenführigkeit übten. Bei der dritten Begegnung wurde es ihr dann zu bunt. Sie schnappte sich die Schleppleine aus meiner Hand und begann darum mit mir zu ringen. Als ich den Besitzer aufforderte, ihr die Leine abzunehmen, äußerte er Zweifel, ob ihm dieses gelänge…

Oh weia, ich hatte den Eindruck, dass ich an diesem Nachmittag unsere Gesellschaft in einem Prisma gesehen hätte: 85% absolut entspannte, verantwortungsvolle Mitmenschen mit total netten Hunden. 10% von der Sorte: „Das geht mich alles nichts an und eigentlich bin ich gar nicht hier“ und 5% „Ist mir doch alles scheißegal und ich kümmere mich erst, wenn ich eine Anzeige kriege.“ Jo so sind sie, die 15%, die nerven und wir alle zusammen sind in der Verantwortung unseren Zusammenhalt zu stärken und solche extrem unhöflichen Mitmenschen auf ihr Fehlverhalten anzusprechen. Das macht keinen Spaß führt aber vielleicht manchmal dazu, dass der eine oder andere dem öffentlichen Freiläufen fernbleibt.

Für alle Hunde, die  in den Freiläufen zu viel Stress haben, gibt es aber schöne Alternativen:  kürzlich haben ein paar private Hunde-Abenteuer-Gärten eröffnet. Solche Initiativen finde wich natürlich ganz wunderbar. Und es gibt auch von Hundetrainern geführte Freilaufgruppen, in denen Hund und Halter viel über gutes Sozialverhalten lernen. Warnen möchte ich aber ausdrücklich vor sogenannten „Raufergruppen“, denn manchmal läuft es folgendermaßen ab: Maulkörbe drauf, 10 Hunde auf einer Wiese und dann „regeln die das schon unter sich“. Das ist der größte Vertrauensmissbrauch, den man seinem Hund antun kann!

Hier nun mein Rat: schaut beim Freilauf ganz genau hin, wie euer Hund sich fühlt und wie ihr euch fühlt. Sind alle entspannt ist es ein großes Vergnügen. Ist euch oder eurem Hund irgendwie mulmig zumute, verlasst die Situation.

Mit herzlichen Grüßen

Christiane McCaughtrie

Hundeschule DOGS